Erneute Genehmigungen für die Ambler Road: Ein umstrittenes Infrastrukturprojekt in Alaska
Die Alaska Industrial Development and Export Authority hat die Genehmigungen für den Bau einer Straße im Ambler Mining District, der reich an strategischen Metallen ist, wiederhergestellt. Diese Entscheidung bezieht sich auf einen vorübergehend ruhenden Plan, der ursprünglich während der Präsidentschaft von Donald Trump genehmigt wurde. Die Genehmigungen, die nun wieder Gültigkeit haben, ermöglichen die Planung und Vorbereitungen für den Bau auf Bundesland, und das in einem für seine Mineralressourcen bekannten Gebiet.
Die Straße, die eine Strecke von etwa 340 Kilometern vom Dalton Highway zum Ambler Mining District überbrücken soll, wurde zunächst im Jahr 2020 genehmigt, jedoch 2024 von der Biden-Administration aufgrund von Bedenken seitens Umweltorganisationen und indigenen Gemeinschaften in Alaska widerrufen. Mit der aktuellen Wiederherstellung der Genehmigungen wird der Druck auf die Entwicklung nationaler Ressourcen, insbesondere kritischer Mineralien wie Kupfer, Kobalt und Gallium, verstärkt. Die Wiederherstellung der Genehmigungen geschieht im Rahmen einer umfassenden Initiative des Innenministeriums, die auf die Steigerung der Energieproduktion in Alaska abzielt und auch die Wiedereröffnung der Küstenebene des Arctic National Wildlife Refuge für Öl- und Gasverträge umfasst.
Präsident Trump betonte, dass das Straßenprojekt im öffentlichen Interesse sei, um die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen zu verringern. Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses gibt es „keine wirtschaftlich tragfähige und vernünftige alternative Route“, die die gleiche Funktion erfüllen könnte. Dies spiegelt sich auch in den statistischen Daten wider: Die USA sind stark von Importen abhängig, etwa 50% des Bedarfs an kritischen Mineralien werden aus dem Ausland gedeckt, was strategische Risiken birgt.
Eine Partnerschaft zwischen dem US-Verteidigungsministerium und Trilogy Metals zur Unterstützung der Erkundung im Bergbaugebiet signalisiert das Bemühen um eine Stärkung der heimischen Energieproduktion. Mit einer Investition von 35,6 Millionen Dollar wird die US-Regierung zu einem 10-prozentigen Anteilseigner des Unternehmens, was die strategischen Ambitionen der USA in diesem Bereich weiter untermauert.
Allerdings gibt es ernsthafte Bedenken von Umwelt- und indigenen Gruppen. Organisationen wie der Sierra Club sowie die Winter Wildlands Alliance argumentieren, dass die Straße irreparable Schäden an empfindlichen Ökosystemen und Wildtieren verursachen könnte. Besonders die Tanana Chiefs Conference, ein Zusammenschluss von 42 anerkannten Stämmen in Zentralalaska, äußert Sorgen über die möglichen Auswirkungen auf die Wanderbewegungen von Karibus und die Fischhabitate, die für die Nahrungsmittelversorgung und Kultur der indigenen Bevölkerung von zentraler Bedeutung sind.
Senatorin Lisa Murkowski, eine prominente Unterstützerin des Projekts, hebt hervor, dass die Wiederherstellung der Genehmigungen den Verpflichtungen aus dem Alaska National Interest Lands Conservation Act von 1980 entspricht. „Das war die Vereinbarung: Für Gebiete, die wir in den Status von Naturschutzgebieten versetzt haben, mussten wir auch an Transportkorridore und Explorationsmöglichkeiten denken“, sagte Murkowski in einem Interview.
Vor einer endgültigen Genehmigung müssen jedoch noch die zustimmenden Genehmigungen der NANA Regional Corporation und Doyon Limited eingeholt werden, die das Land entlang der geplanten Route besitzen. Die Kontroversen um das Projekt sind ein weiterer Beleg für die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz sowie den Rechten indigener Völker in den USA.



