Analyse des illegalen Handels mit Spinnenaffen in den USA: Ein Alarmzeichen für den Artenschutz
In den Wäldern Mexikos herrscht ein tragisches Szenario: Wilderer reissen neugeborene Spinnenaffen von ihren Müttern und verkaufen sie als Haustiere auf sozialen Medien in den Vereinigten Staaten. Diese grausame Praxis hat alarmierende Ausmaße angenommen, wie Jim Stinebaugh, ein Sonderermittler des U.S. Fish and Wildlife Service, berichtet. In den letzten anderthalb Jahren wurden an der Grenze zwischen Texas und Mexiko fast 90 Baby-Spinnenaffen beschlagnahmt – eine Zahl, die als lediglich ein Bruchteil der tatsächlich illegalen Einfuhren in die USA angesehen wird.
Die Dramatik dieser Situation wird durch die steigende Nachfrage nach exotischen Haustieren, einschließlich Spinnenaffen, verstärkt. Analysen zeigen einen signifikanten Anstieg dieser Nachfrage, insbesondere durch virale Videos, die die Tiere in menschlichen Outfits und als Babys kostümiert zeigen. Diese Clips, die Millionen von Aufrufen erreichen, verschönern illegalen Haustierbesitz, indem sie die brutalen Bedingungen und das Leid der Tiere, die aus der Wildnis gerissen werden, verbergen.
Dokumentierte Fotos belegen die grausamen Bedingungen, unter denen Baby-Spinnenaffen über die Grenze geschmuggelt werden. Oft sind sie in winzige Fächer gepfercht, ohne Nahrung oder Wasser, und viele von ihnen kommen krank, verletzt oder am Rande des Lebens an. Tierschützer und Behörden sind ständig bemüht, die Überlebenden dieser brutalen Reise zu retten.
In Mexiko schießen Wilderer oft die Mütter der Spinnenaffen ab, während die Jungen noch an ihren Rücken klammern. Da die Weibchen nur alle zwei bis vier Jahre ein Jungtier zur Welt bringen, ist die Population der Spinnenaffen sehr anfällig und benötigt lange, um sich zu erholen. Laut Stinebaugh bedeutet dies, dass für den illegalen Erwerb eines Babys oft das Leben mehrerer Affen geopfert werden muss. „Um die Babys zu bekommen, müssen die Mütter getötet werden, und die restliche Familie wird ebenfalls versuchen, sie zu schützen“, erklärt er.
Die Bekämpfung des Schmuggels wird durch die unzureichende personelle Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden erschwert. Die Strafen für den illegalen Handel sind oft minimal, was die Abschreckung weiter schwächt. „Wenn Sie in einem Parkplatz eines großen Einzelhandelsgeschäfts Bargeld für einen Spinnenaffen bezahlen, läuft etwas falsch“, warnt Stinebaugh eindringlich.
Die geretteten Baby-Spinnenaffen können nicht ohne ihre Mütter in die Freiheit zurückgeführt werden, weshalb sie erstmals in den Gladys Porter Zoo in Brownsville, Texas, gebracht werden. Dort kümmern sich fünf Tierärzte um insgesamt 1.600 Tiere. Doch ein einzelner Zoo kann das Problem nicht allein bewältigen. Daher hat die Association of Zoos and Aquariums ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen Einrichtungen Spinnenaffen aufnehmen, pflegen und dauerhaft an andere akkreditierte Einrichtungen im ganzen Land vermitteln.
Stinebaugh appelliert an das Bewusstsein der Öffentlichkeit: „Wenn die Menschen die Brutalität des Schwarzmarkthandels mit Spinnenaffen verstehen würden, würden sie die Wahrheit erkennen: Wir treiben diese Tiere näher an die Ausrottung.“ Seine klare Botschaft lautet: „Wenn Ihnen diese Art am Herzen liegt, wenn Sie nicht wollen, dass sie in der Wildnis getötet werden oder dass die Babys unter grausamen Bedingungen über die Grenze geschmuggelt werden, tätigen Sie keinen Kauf.“
Laut Schätzungen der International Union for Conservation of Nature (IUCN) sind die Spinnenaffen aufgrund von Lebensraumverlust und illegalem Handel akut gefährdet und werden als „bedrohte Art“ klassifiziert. Der Anstieg des Allergenehandels mit exotischen Haustieren ist nicht nur eine nationale, sondern auch eine globale Herausforderung, die das Bewusstsein für den Artenschutz und die Regulierung der Tierhaltung schärfen muss. Die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Tierschutzorganisationen und der Öffentlichkeit ist unerlässlich, um diese Situation zu ändern und den bedrohten Arten ein Überleben zu sichern.




