Neuer Handyverbot in New Yorker Schulen: Ein überraschender Wandel in der Schülerinteraktion

In New York Stadt hat das jüngste Verbot der Nutzung von Handys während des Unterrichts und in den Pausen, bekannt als das „Bell-to-Bell“-Verbot, einen signifikanten Wandel im Schulalltag der Schülerinnen und Schüler ausgelöst. Melanie Sepulveda, Lehrerin an der I.S. 27 Anning S. Prall auf Staten Island, beschreibt eindrucksvoll die anfänglichen Bedenken bezüglich des neuen Regelwerks. Früher sah sie oft Schüler, die in den Fluren umherirrten, während sie in ihre Handys starrten oder TikTok-Videos drehten. Diese Ablenkungen scheinen jedoch der Vergangenheit anzugehören.

Mit der Einführung des Handyverbots, das für alle Schulbezirke und Charter Schulen in ganz New York gilt, haben Schüler und Lehrer eine spürbare Veränderung in der Schulatmosphäre festgestellt. Die Rückmeldungen betonen einen Rückgang von Ablenkungen im Unterricht und eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Laut einer Umfrage der New Yorker Schulbehörde berichteten 75% der Lehrkräfte von weniger Störungen durch Handys, während 60% der Schülerinnen und Schüler angaben, sich in der Schule besser konzentrieren zu können.

Die Schulen stellen fest, dass die Schüler trotz gelegentlicher Ausnahmen für spezielle Fälle mit dem Verbot gut umgehen. Das neue Gesetz ist eine Reaktion auf die steigende Besorgnis hinsichtlich der Auswirkungen von Handys auf die psychische Gesundheit, den akademischen Fortschritt und die sozialen Fähigkeiten von Kindern. Einblicke in diese Problematik liefern Studien, die zeigen, dass übermäßige Nutzung von Smartphones mit erhöhten Stresslevels und verringertem sozialen Engagement verbunden ist, was die Notwendigkeit eines solchen Verbots unterstreicht.

Die Schulkanzlerin von New York, Melissa Aviles-Ramos, hebt hervor, dass die Schüler nicht nur mit weniger Ablenkungen lernen, sondern auch bedeutungsvollere Verbindungen zu ihren Mitschülern knüpfen. In neu gestalteten Pausenzeiten, die von „Tanzpartys“ in der Cafeteria bis zu lebhaften Gesprächen im Flur reichen, zeigt sich, dass die Schüler schnell auf die neuen Gegebenheiten reagiert haben.

Die Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern variieren, wobei ein Schüler an der P.S./I.S. 78 in Queens den Wechsel als nicht übermäßig schwierig beschreibt. „Die Hauptsache ist, dass wir bis zum Verlassen des Schulgebäudes mit den Handys warten müssen“, erklärt der Siebtklässler Christian. Laut seiner Mutter, Whitney Toussaint, wird durch das Verbot der Handys die Aufmerksamkeit der Schüler im Unterricht erhöht: „Die Kinder sind hier, um zu lernen und nicht um Spiele zu spielen oder zu simsen während des Unterrichts.“

An der Edward R. Murrow High School in Brooklyn, einer der größten Schulen der Stadt mit etwa 3.500 Schülern, setzen die Verantwortlichen haftbare «PhonX3»-Taschen ein, die das Handysignal blockieren. Diese innovative Maßnahme zielt darauf ab, die Ablenkung durch Handys im Unterricht weiter zu minimieren. Terrain Reeves, eine Englisch- und Medienkommunikationslehrerin, merkt an, dass das gesetzliche Verbot eine größere Autorität hat als jede schulinterne Richtlinie. Das gesetzliche Verbot fördert einen neuen Respekt vor den Regeln unter den Schülern.

Die neue Politik hat sogar zu einer leichten Rückkehr zu traditionellen Freizeitbeschäftigungen bei den Schülern geführt. Jeremy Copeland, ein Geschichtslehrer in der zwölften Klasse, berichtet von einem Anstieg der Gruppenaktivitäten und einer Wiederbelebung von digitalen Kameras, um Erinnerungen festzuhalten. „Die Schüler erkennen, dass sie in der Freizeit nicht auf ihre Handys zurückgreifen können. Sie müssen mit Gleichaltrigen interagieren, was eine großartige Gelegenheit für soziale Kontakte darstellt“, sagt Copeland.

Insgesamt zeigt die Implementierung des Handyverbots eine positive Entwicklung in New Yorks Schulen, die sich nicht nur in der Verringerung von Ablenkungen gipfelt, sondern auch in einer deutlich verbesserten Interaktion und Zusammenarbeit innerhalb der Schülerschaft. Es bleibt abzuwarten, welche langfristigen Effekte dieses Verbot auf die akademische Leistung und das soziale Miteinander der Schüler haben wird, doch die ersten Rückmeldungen sind vielversprechend.