Seltene Entdeckung in Kalifornien: Botaniker finden die Kaperfruchtige Tropidocarpum nach fast 70 Jahren wieder

Botaniker im nördlichen Kalifornien haben eine außergewöhnlich seltene Pflanze entdeckt, die hier seit nahezu sieben Jahrzehnten nicht mehr gesichtet wurde. Die Kaperfruchtige Tropidocarpum, ein grünes Gewächs mit kleinen, gelben Blüten, wurde auf einem Bergrücken im Vasco Hills Regional Preserve in Contra Costa County gefunden. Diese Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler und wird als «rare, bedrohte oder gefährdete» Art eingestuft.

Heath Bartosh, Botaniker bei der East Contra Costa County Habitat Conservancy, entdeckte die Pflanze zusammen mit seinem Kollegen Spencer Adams in einem Gebiet, das sie seit längerem auf der Suche nach dieser Art durchforsteten. Die neu entdeckte Population ist eine von lediglich zwei bekannten im Bereich, wobei jede Gruppe weniger als zwanzig Exemplare umfasst. Der letzte bekannte Sichtungszeitpunkt der Tropidocarpum liegt fast 70 Jahre zurück, ebenfalls in denselben Hügeln.

Michele Hammond, Botanikerin für das East Bay Regional Park District, äußerte sich begeistert über den Fund: «Jeder war wirklich aufgeregt. Es ist das erste Mal, dass wir diese Art seit langem gefunden haben, und das spezifisch auf Schutzgebietsflächen.» Sie betonte, dass dies ein positives Zeichen für die Bemühungen um Naturschutz in der Region ist.

Die Kaperfruchtige Tropidocarpum wurde erstmals 1888 von dem Botaniker Edward Lee Greene von der Universität Berkeley dokumentiert. Laut seiner Notizen war die Pflanze „sehr häufig in den niedrigen alkalischen Talböden entlang des San Joaquin River“. Dennoch verschwand sie größtenteils, da sie im Wettbewerb mit nicht einheimischen Arten unterlag. «Seit den späten 1880er Jahren haben nicht einheimische Arten zugenommen und übertreffen die einheimischen Arten», erläuterte Bartosh.

Die Zerstörung ihres Lebensraums aufgrund von Urbanisierung stellt ebenfalls einen erheblichen Risikofaktor dar. «Wir benötigen ausreichenden Wohnraum, aber in den letzten 100 Jahren hat sich die Bebauung über die Landschaft ausgebreitet», so Hammond. «Einheimische Graslandschaften gehören zu den schwierigsten Ökosystemen, die wiederherzustellen sind.»

Die Entdeckung fand auf Privatgelände statt, das das Parkdistrict teilweise betreut. Dabei werden Rinder eingesetzt, um abgestorbenes Material und nicht einheimische Pflanzen zu begrasen, was auch zur Reduzierung der Brandlast beiträgt, die in den letzten Jahrzehnten Kalifornien heimgesucht hat. Aufgrund des Klimawandels nehmen die Größe, Häufigkeit und Unberechenbarkeit dieser Brände zu.

Die Vogelschutzgesellschaft hat angekündigt, das Monitoring der Kaperfruchtigen Tropidocarpum als «höchste Priorität» einzustufen, um die zukünftige Erhaltung dieser seltenen Art sicherzustellen. «Dieser Fund unterstreicht, wie wichtig der Naturschutz und die Pflege öffentlicher Flächen für einheimische Pflanzen sind», betonte Bartosh und hob den Wert individueller und kollektiver Anstrengungen in der Erhaltung der Biodiversität hervor.

Insgesamt verdeutlicht diese Entdeckung die Herausforderungen, vor denen viele einheimische Pflanzen in Kalifornien heute stehen, und die notwendig gewordene Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen, um ihre Überlebenschancen in einer sich schnell verändernden Umwelt zu gewährleisten. Die Kaperfruchtige Tropidocarpum ist nicht nur ein Zeugnis der biologischen Vielfalt des Bundesstaates, sondern auch ein stetiger Mahnruf, den Erhalt dieser wertvollen Ökosysteme nicht aus den Augen zu verlieren.