Tierquälerei in Pennsylvania: Gesetzesentwürfe zur Verschärfung von Strafen und Schutzmaßnahmen auf dem Weg
Die Gesetzgeber in Pennsylvania haben ein Paket von Gesetzesentwürfen ins Gespräch gebracht, das darauf abzielt, die Bekämpfung von Tierquälerei im Bundesstaat zu verschärfen. Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses hat am Mittwoch mehrere Initiativen vorangetrieben, die sowohl eine Erhöhung der Strafen als auch die Bereitstellung zusätzlicher Ermittlungsressourcen für Fälle von Tierquälerei umfassen.
Zu den wichtigsten Änderungen zählt der Vorschlag zur Kriminalisierung des Ohrenkürzens bei Hunden, einer umstrittenen Praxis, bei der die Ohren der Tiere aus ästhetischen Gründen beschnitten werden. Dies soll künftig nur noch von lizenzierten Tierärzten durchgeführt werden dürfen, wobei die American Veterinary Association zu bedenken gibt, dass solche Eingriffe nur aus medizinischen Gründen gerechtfertigt sind, etwa zur Vorbeugung gegen Infektionen.
Ein weiterer zentraler Punkt der Gesetzesinitiative ist die verpflichtende Meldung von schwerer Tierquälerei durch Organisationen wie die Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) sowie durch Tierärzte und -techniker. Der bestehende rechtliche Rahmen definiert schwere Tierquälerei als das Foltern, Töten oder erhebliches Verletzen von Tieren durch vorsätzliche Vernachlässigung oder Grausamkeit.
Republikanische und demokratische Abgeordnete unterstützen das Gesetzespaket, wenngleich es auch Widerstand, wie von der Abgeordneten Stephanie Borowicz, gegeben hat. «Es ist unsere Pflicht, die Verwundbarsten zu schützen, und dazu gehören unsere Kinder und Tiere», erklärte die Hauptsponsorin des Gesetzentwurfs, Rep. Christina Sappey (D-Chester).
Ein besonders brisantes Element der Reform ist der Gesetzentwurf 1932, der den Umgang mit sexuellem Missbrauch von Tieren grundlegend ändern würde. Dieser Straftatbestand, der derzeit als Vergehen eingestuft ist, soll bei Ersttätern zu einem Verbrechen dritten Grades und bei Wiederholungstätern zu einem Verbrechen zweiten Grades aufgewertet werden. Außerdem sieht der Gesetzentwurf ein fünfjähriges Verbot für Täter vor, Tiere zu halten, mit ihnen zu leben oder ehrenamtlich mit ihnen zu arbeiten.
Die dramatischen Ereignisse, die zu dieser rechtlichen Initiative führten, wurden durch einen Vorfall in Adams County ausgelöst, bei dem mehr als 30 Tiere in einem als „erschreckend“ beschriebenen Zustand gerettet wurden. Der Fall um das Paar Shawn Hirschbine und Deanna Huff, das bereits in mehreren Bundesstaaten wegen Tierquälerei bekannt war, hat die öffentliche Wahrnehmung über bestehende Lücken im Strafrecht erschüttert.
Die Bekämpfung von Tierquälerei ist nicht nur eine moralische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Statistiken zeigen, dass in den Vereinigten Staaten jährlich Hunderttausende von Tieren Opfer von Misshandlung und Vern neglect werden. Laut der American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA) ist mindestens ein Drittel der jemals genannten Tierquälereifälle auf Vernachlässigung zurückzuführen. Darüber hinaus gibt es einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Gewaltverbrechen gegen Menschen, was die Notwendigkeit einer strengen Gesetzgebung unterstreicht.
Die Gesetzgebung des Repräsentantenhauses, die die Strafen für Wiederholungstäter erhöhen würde, ist auch ein Schritt zur Schaffung von abschreckenden Maßnahmen. Aktuell ist die Tierquälerei ein Verbrechen dritten Grades, das mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden kann; die vorgeschlagenen Änderungen würden bei zweiten und weiteren Verstößen die Höchststrafe auf 10 Jahre erhöhen.
„Es gibt Zeiten, in denen grauenhafte Verbrechen mit Strafen belegt werden müssen, die dem Unrecht gerecht werden“, betonte die Abgeordnete Melissa Shusterman (D-Chester), die das Gesetz als notwendigen und rationalen Abschreckungsfaktor bezeichnet.
Mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen dem Büro des Generalstaatsanwalts und den Staatsanwälten zu verbessern, soll ein zusätzlicher Gesetzentwurf die Ermittlungen in Fällen von schwerer Tierquälerei effizienter gestalten.
Die Diskussion um diese Gesetzentwürfe wird weiterhin von verschiedenen Seiten beobachtet, und es bleibt abzuwarten, wie die endgültige Gesetzgebung in Pennsylvania aussehen wird.



